I´ve been looking for freedom

Am heutigen Freitag fand im festlich geschmückten ACC die Abschlussfeier der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule statt.

Nachdem die Absolventen und geladenen Gäste durch den gleichnamigen Swing-Klassiker von Glenn Miller – dargeboten von der schuleigenen Bigband – „In the Mood“ gebracht wurden, begrüßte Erster Konrektor Andreas Rupprecht die Anwesenden. Er lobte v.a. die bewährte und gute Zusammenarbeit innerhalb der Schulfamilie, mit Eltern, Sachaufwandsträgern, Politik, Presse sowie vielen weiteren Organisationen und Institutionen in Amberg, die unsere Absolventen während ihrer Schulzeit immer wieder unterstützt, inspiriert und geprägt haben.

Die Schulband setzte zum letzten Mal die beiden Absolventinnen und Frontsängerinnen Marie Birner und Emilia Krieg (10e) mit „I see fire“ in Szene, bevor die Grußworte folgten.

Wolfgang Dersch – Referatsleiter für Kultur, Sport und Schulen – überbrachte als Vertreter der Stadt die Glückwünsche von Oberbürgermeister Czerny und Landrat Reisinger. Er lobte v.a. die Aktivitäten und das Schulleben der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule, das allzeit „In the Mood“ ist, für die richtige Stimmung sorgt und die richtigen Schwingungen untereinander erzeugt. Wolfgang Dersch wünschte den Absolventen viel Erfolg, indem er mithilfe eines Gleichnisses von Sokrates das Geheimnis des Erfolges illustrierte: Wer den Erfolg möchte wie die Luft zum Atmen, wird den Erfolg auch haben. In diesem Sinne betonte er, wie wichtig es ist, sich auf seine eigenen Stärken zu besinnen und diese weiter auszubauen, dann steht Glück und Erfolg nichts mehr im Wege!

Elternbeiratsvorsitzender Heiko Schneider erinnerte an die vergangene Fußballweltmeisterschaft. Hier war zu beobachten, dass v.a. die Teams, die an sich geglaubt haben, ihr gewünschtes Ergebnis jederzeit im Auge und den Mannschaftsgeist aufrecht gehalten haben, letztendlich erfolgreich abschnitten. Nicht nur Favoriten, sondern auch scheinbare Außenseiter - im Hinblick auf Leistung - können erfolgreich abschneiden, wenn sie ihr Ziel nur beharrlich und stetig verfolgen. Schneider verglich den schulischen Werdegang mit dem Sportleralltag und betonte, dass heutzutage nicht nur Fachwissen und Ausdauer, sondern auch Teamfähigkeit und Softskills von Bedeutung sind – „Fairplay“, um beim Sport zu bleiben. Dies kann manchmal – v.a. auch im Privatleben – maßgeblich zum Erfolg beitragen. In diesem Sinne wünschte Heiko Schneider im Namen des Elternbeirats jederzeit Glück und Erfolg.

Lisa Strahl (10d) und Katerina Weinmeier (10e) als Sprecherinnen der Absolventen verabschiedeten sich im Namen aller Schülerinnen und Schüler von „ihrer“ Schule. Sie beschrieben ihre Ängste am ersten Schultag, das schulische Werden und notwendige Lernen im Laufe der Jahre und das Schulhaus, das letztendlich so vertraut wie das Elternhaus wurde. Auch der Stress, mit dem Eltern und Familie durch Leistungsnachweise und ähnliches belastet war, wurde erwähnt. Ihr Dank gebührte Eltern und Lehrern, die den Weg vom Kind zum Erwachsenen, die Schwierigkeiten der Pubertät, aushalten mussten. Auch den Mitschülern, ohne die dieser Weg nicht zu bewältigen gewesen wäre, wurde gedankt, genauso wie der Schulleitung und den Vertrauenslehrern, die aus jeder Bredouille halfen; nicht zu vergessen die SMV, die v.a. für das Schulleben außerhalb des Unterrichts zuständig war. Die „Noch“-Schülerinnen ließen schulische Fahrten und sonstige „außerunterrichtliche“ Unternehmungen Revue passieren. Dies werde man später den eigenen Kindern erzählen, die Anstrengungen und eventuellen Misserfolge werden verblassen. Wehmut dominiere im Moment neben der Dankbarkeit, die immer wieder erwähnt wurde. Die beiden Absolventen endeten mit einem Zitat von Arthur Schnitzler: „Der Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange auf ihn freut“.

Zu den Klängen von „Freiheit“ in der Version der Söhne Mannheims betrat nun Realschuldirektor Matthias Schall als Hauptredner die Bühne, um sich dem gleichnamigen zugleich großen aber doch auch sehr abstrakten Begriff zu nähern. Zwar ist Freiheit ein Menschheitstraum, doch wissen wir auch wirklich, was dieses scheinbar jedem geläufige Wort tatsächlich bedeutet? Zwar streben wir alle – und im Moment besonders unsere Absolventen – nach Freiheit, aber ist uns auch die Tragweite derselben bewusst? Matthias Schall näherte sich dem Begriff sowohl aus Sicht des Deutschlehrers in Form der eigentlichen Definition als auch aus Sicht des Geschichtslehrers mit der historischen Komponente und Tragweite der Freiheit. Wer jetzt vermutet, seine Rede sei trocken wie manche Deutsch- und Geschichtsstunde gewesen, der sei eines Besseren belehrt: Realschuldirektor Schall unterrichtet auch IT, und deshalb waren seine Ausführungen – und das ist schon fast traditionell für seine Ansprachen – multimedial und kurzweilig aufbereitet, übrigens durchaus alltäglich und üblich für einen Realschullehrer! (Zumal Insidern bekannt sein dürfte, dass speziell diesem Schulleiter technische Ausstattung und modernes Ambiente „seiner“ Schule besonders am Herzen liegen). Doch zurück zur Freiheit: Am Ende steht Abraham Lincols Feststellung, dass die Welt „nie eine gute Definition für das Wort Freiheit gefunden“ hat. Jetzt geht es aber um die neue Freiheit der Absolventen nach ihrer Schulzeit, Freiheit ohne die rechtlichen und organisatorischen Pflichten des schulischen Alltags, aber auch die neuen Pflichten und Herausforderungen, die diese Freiheit nun mit sich bringt. Für diese sind Absolventen einer bayerischen Realschule bestens gerüstet und gewappnet. Der Werbeslogan des gegenüber des Schulhauses liegenden Supermarktes „Einmal hin – alles drin“, trifft auch auf einen realschüler zu, denn seine Schulart ermöglicht ihm nicht nur umfassende Allgemeinbildung im Sinne eines breit gefächerten Fachwissens, sondern auch die Bildung im Sinne der „Menschwerdung“ nach den Vorstellungen des Humanismus. Projekte wie „Fairtrade“-Schule oder „Schule ohne Rassismus“ schaffen zusätzliche „soft-skills“. Ein Realschüler ist nach seiner Schulzeit „fit“ für das Leben in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft als mündiger Bürger. Seinen eigenen Weg dazu muss aber jeder Einzelne für sich selbst finden – die Freiheit dazu hat er (und die erforderliche Bildung).

Nachdem alle sieben Abschlussklassen in Begleitung ihrer Klassleiter - und unter Begleitung ihres Lieblingssongs – die lang ersehnten Abschlusszeugnisse, die „Mittlere Reife“, erhalten hatten, durften sich „die Besten“ auf ihre verdiente Ehrung sowie ein Präsent des Elternbeirats freuen. Dies sind: Lisa Benjamin (10b), Fabian Müller (10c) und Nicolas Wirth (10a), alle mit 1,45; Leonard Berschneider (10g) mit 1,42; Martin Dotzler (10c), Maximilian Hollweck (10e) und Michael Weigert (10b), alle mit 1,26; Florian Stubenvoll (10g) mit 1,33; Patrick Kohn (10a) und Björn Oeder (10b ) mit 1, 27; Johanna Meiler (10e) und Fabian Müller (10d) mit 1,18. Nick Weber (10d) konnte das absolute Spitzenergebnis von 1,00 erreichen.

Das Rahmenprogramm wurde von der Bigband unter Leitung von Anton Lottner sowie der Schulband unter Leitung von Wolfgang Petrig und Jochen Glaser in bewährt qualitätvoller und schwungvoller Weise gestaltet. Viele Musiker aus den Reihen der beiden Ensembles gehörten dem Kreis der Absolventen an. Einen weiteren Akzent setzten die „Chili-Rockers“ mit einer fetzigen Tanznummer unter Leitung von Brigitte Bodensteiner. Hierbei partizipierte mit Bastian Stubenvoll (9f) auch ein amtierender Meister des Rock´n Roll. Die Gesamtregie und Technik lag in den Händen der IT-Lehrer Florian Krettler und Johannes Barthel. Erster Konrektor Andreas Rupprecht dankte allen Mitwirkenden für ihr Engagement, ohne das diese festliche Veranstaltung in diesem Rahmen nicht möglich wäre und erinnerte daran, dass jeder Tag zum Lieblingstag werden kann, für die Absolventen natürlich trotzdem besonders der heutige!

 

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